Woche 2

Freitag, Juni 19, 2009 / /

08.06.2009 – 13.06.2009

Diese Woche konnte ich mal Zeit an meinem neuen Arbeitsplatz verbringen, komme recht gut voran und die Arbeit gefällt mir zurzeit sehr gut. Doch der Standart unserer Zeichnungen wird und bleibt für die, die die Augen nicht ganz öffnen können, „Evolutionsbedingt“ J eine viel zu genau vermasste Zeichnung (die Denkweise "passt schon in etwa so"),wird sich wohl niemals ändern.

Natürlich wird’s auch irgendwann Mittag. Jeden Tag in der Kantine, gibt es Reis. Jedoch was das Essen betrifft, tja, bin mal gespannt wie Abwechslungsreich dies sein wird. Es gibt vier Schritte zu tätigen, erstens im ersten Fach, es hat übrigens 6 kleinere Fächer auf dem Tablett, kommt natürlich Reis, im zweiten Schritt hat man die Möglichkeit Gemüse zu wählen. Tipp: möglichst viele von diesen 4 Variationen Gemüse, nach gutem Dünken, die besten wählen. Im dritten Schritt kommt dann die Fleisch Abteilung, tja, da trenne sich die Geschmäcker,ich beurteile nach Aussehen, was es ist oder war, bleibt mir wohl als Europäer ein Geheimnis, ausser man versteh natürlich die chinesische Sprache. Ich vermute mal, dass jeweils eines „gutes Fleisch“ sein sollte, den ein Pouletbein sieht bei denen da wirklich nicht nach einem feinen gebratene „Güggeli-Sepp“ – Poulet aus, eher als wäre es im heissen Wasser aufgetaut worden! Aber was bleibt einem übrig, wenn der Fisch, der da liegt, einem mit seinen grossen Augen verfolgt und dieser denkt, jaja, iss mich nur, morgen wirst Du es bereuen. Aber doch ich geb mir mühe und probiere alles ein bisschen, aber es fällt einem manchmal wirklich schwer in den saftig, schlabberigen Fisch oder was auch immer es ist, zu beissen. Lebe also immer noch und so übel wies das aussieht ist es jeweils nicht, hatte bis jetzt in diesen zwei Wochen schon viel Fischsorten probiert, waren wirklich alle Geniessbar!

Nun musste ich auchmal einen Supermarkt finden, der mal etwas richtiges zu Essen anbietet. Wo gibt es wohl die richtigen Teigwaren, Vakuum verpackte Steaks, die nicht jeder mit den Fingern antastet, feiner Kaffee und andere Wurst- und Fleischwaren. Ihr werdet es nicht glauben, im „Gubei Carrefour“ = Gubei Tschalefu, so muss man es versuchen dem Taxifahrer mit richtiger Aussprache mitteilen, dass man dorthin möchte! Der Buchstabe „r“ wird für die Chinesen wohl ein Zungenbrecher bleiben. Janu, angekommen und tatsächlich herrlich, elendlange Gestelle, vakuumverpacktes Fleischzeugs, ah herrlich sofort eines dieser „Monstersteacks“ in den Einkaufswagen. Doch plötzlich, meldet sich mein Magen, Schweissausbrüche, Krämpfe etc. ich erinnerte mich an die „für Insider bekannte Rösslikreuzung“ - Situation. Konnte nicht mehr vorwärts, rückwärts musste sofort ein WC aufsuchen. Ist noch schwierig in einem 3 stockigen Warenhaus. Jedoch die Erlösung, gleich bei er Kasse hatte es eines dieser öffentlichen Toiletten, 5 WC hatte es und zum Glück eines auf dem man sitzen kann, ist wirklich eine Ausnahme, hier bevorzugt man normalerweise sein Geschäft im stehen zu erledigen. Tja, was da alles „hintenrausdonnerte“ lass ich mal im Raum stehen. Geschäft erledigt, alles verspritzt, meine Blicke links und rechts und „SCHEISSE“ mir war sonst schon schwindlig ab meinem feinen Düftchen, es hatte kein WC-Papier. Tja, Pechgehabt. Themawechsel.

Am Mittwoch sendete mir der Jackie, mein, ich nenn ihn mal "Vize-Buden-Chef", ein Mail mit einer Einladung am Freitagabend mit unserer Firma gegen eine andere Bude Fussball zu spielen. Ja klar hatte ich am Freitag Zeit. Nur musste ich noch Fussballschuhe kaufen gehen, kein Problem dachte ich mir, neben meinem Zuhause, gibt’s ja direkt einen Outlet mit allen Marken des Sportbereichs. Tja, nur die Schuhgrösse endet hier bei grösse 45,ich bräuchte hier min. 46! Nachdem ich alle Läden durchstöbert hatte musste ich mir halt viel zu kleine für 40 Stutz ein Paar „Hallenschuhe“ kaufen, die passten nach 15 verschieden anprobierten am besten. Es hat sehr Spass gemacht mit und gegen die etwas kleineren Chinesen, übrigens das 1:0 hatte ich per Kopf erzielt J, Fussball zu spielen. Schlussendlich gewannen wir 6:2.Ich bin positiv zufrieden, 3 Tore und ein Assist, und in denen Augen wohl der beste Ausländer den Sie je verpflichtet hatten, konnte kaum Komplimente zurückgeben.


auch Taktisch gabs Anweisungen von Jackie


das Spiel dauert bis spät ins dunkle.

Es war eine sehr interessante Erfahrung und ich denke ein wichtiger Moment am Anfang meines China-Jahres, denn ersten Schritt Richtung „der ist ja doch nicht nur reich, die denken das halt das hier von Europäer, sondern auch ein ganz glatter und gmögige Typ“ mit dem man auch mal einen Witz machen kann. Bin mal gespannt wie wichtig dieser Sieg (in Stiel ein Grümpelturnier mässigen Matches) intern am Montag kommuniziert wird. Habe schon manche Räubergeschichte, eigentlich eine, gehört, dass gewisse taten, mit einem Rundmail an alle, erzählt wird!


Am Samstag musste ich morgens um 9:30 beim Spital antraben, es hiess, Gesundheitskontrolle. Ja war nicht so übel und nach nur etwa 1,5 Stunden mit weissem Operationskittel, halbnackt, auf der Etage von Zimmer zu Zimmer umherkommandiert worden, war das ganze gegessen. Wäre da nicht dieser Bus mit ca. 30 Indern ca. 10min vor mir angekommen, diese mussten den gleich Ablauf tätigen, wäre das wohl heute eine viel kürzere Geschichte geworden. Mit Ultraschall, Schwanger bin ich nicht, röntgen und etlichen abtastenden Ärztefingern, wurde ich wohl als Gesund abgestempelt. Danach ging ich mal auf Tour die Stadt per U-Bahn zu erkundigen.





Ich fuhr nach Pudong, dort stehen die höchsten Gebäude der Stadt und der Welt. Der „Oriental Pearl Tower“ 468 Meter hoch, dritthöchste Fernsehturm der Welt, dem „Jin Mao Tower“ 421 Meter (88 Stockwerke) hoch, zweit höchste und für viel immer noch das schönste Gebäude der Volksrepublik China’s und natürlich dem alles in den Schatten stellenden „World Financal Center“ 492 Meter (101 Stockwerke), bin nicht sicher, glaub das zweithöchste der Welt und gleicht einem riesigen und wohl grössten Flaschenöffner der Welt. Ich entschied mich für 70 Renmibi (dividiert durch 6 = SFr.) den Jin Mao Tower auf dem 88 Stockwerk zu erforschen. Die Aussicht würde wohl noch eindrücklicher sein, wenn die Sicht besser wäre! Nach einem spannend Tag, genoss ich noch einen feinen Capuccino im Starbucks.


Da oben auf ca. 500 Meter arebitet doch noch einer.

Warum ich ein „leicht“ blaues Auge und zwei wirklich blaue grosse Zehen habe, warum Frauen-Volleyball obwohl die besten Nationalmannschaften der Welt spielen und nach zigtausend, nach jedem Punkt, jubelnden, schreiende und umarmenden Frauen nicht meine Favorisierte Sportart wird, wie ich das WC-Problem im Gubei Carrefour lösste, warum es manchmal einfach mitten in der Nacht an der Türe klingelt, warum diese Berichte jeweils so lang werden, erzähle ich euch vielleicht beim nächsten mal.

PS: Habe noch meine Visitenkarten bekommen.



Das wars Tschüss, zài jiàn und bis zum nächsten mal.


Romek